Badenstedt rutscht der Sieg durch die Finger

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HANNOVER / BADENSTEDT – Ein Bericht von Jörg Zehrfeld

Das Nordderby zwischen der HSG Hannover-Badenstedt und dem SV Werder Bremen sah keinen Sieger. Das 18:18 (11:10) Remis wird aber nach einer hektischen Partie – in der die Abwehrreihen sowie die Torhüterinnen den Ton angaben – beiden Seiten gerecht, auch wenn der HSG durch einen direkt verwandelten Freiwurf der mögliche Sieg im wahrsten Sinne des Wortes unglücklich durch die Finger rutschte.

Frauke Kemmer fischte bereits in der ersten Spielminute einen Bremer Strafwurf weg, Bremen kam nach 3 Spielminuten durch Rabea Nesslage zum ersten Tor, der Ausgleich durch Rabea Pollakowski folgte auf dem Fuß. Eine Zeitstrafe gegen Tina Wagenlader nutzte  Werder zur  2:5 Führung, die JUNGEN WILDEN hatten sich aber in der Deckung eingestellt und Frauke Kemmer lief zwischen den Pfosten zur Höchstform auf. Die Bremer Massnahme mit einer siebten Feldspielerin zu agieren, verfing  nicht. Dreimal fanden Distanzwürfe von Jana Pollmer den Weg ins leere Gäste-Gehäuse und nach dem 8:7 durch Lena Seehausen (20.) warfen Mieke Düvel und zweimal Ivonne Krängel die HSG mit 11:8 (27.) in Front. Alina Otto und Rabea Neßlage legten für Bremen noch vor der Pause nach, Badenstedt konnte nur mit einem Zähler Vorsprung in die Kabine gehen.

Zwei verworfene Großchancen der HSG sahen die 300 Zuscher in der ausverkauften Salzwegarena beim Start in die zweite Hälfte,  aber die HSG kam trotz zweier Tore von Bremens Isabelle Dölle durch Lena Seehausen und zweimal Tina Wagenlader vom Kreis wiederum auf drei Zähler zum 16:13 voran. Eine doppelte Zeitstrafe gegen Marie-Kristin Gerber und Tina Wagenlader brachte aber zwei Tore durch Bremens Merle Heidergott, Alina Otto stellte mit dem Treffer zum 16:16 (47.) die Hallenanzeige wieder auf Ausgleich. In den verbleibenden dreizehn Spielminuten gelang beiden Teams nur noch Hektik und Fehler, da halfen auch beiden Seiten drei genommene Auszeiten nichts. Lena Seehausen egalisierte die letzte Bremer Führung zum 17:17.  Ärgerlich aus Badenstedter Sicht die Lattenknaller von Mieke Düvel und Jana Pollmer. Vergebene Strafwürfe – in diesem Fall durch Pechvogel Tina Wagenlader in der 56. Minute – gehören am Salzweg ja leider zum Standardrepertoire. Jana Pollmer erzielte mit einen Tanz durch die Bremer Abwehr drei Minuten vor dem Abpfiff die 18:17 Führung für Badenstedt, die Isabelle Dölle mit einem direkt verwandelten Freiwurf durch die schlecht postierte Badenstedter Abwehr zum Endstand ausglich. Badenstedts Keeperin Frauke Kemmer, der der Ball ebenfalls durch die Finger rutschte, saß im Anschluß wie ein Häufchen Elend zwischen den Pfosten. Die anschliessende Auszeichnung zur besten Spielerin nach einer Partie mit mehr als 50 Prozent gehaltener Gegnerwürfe war für Kemmer nur ein geringer Trost.

Diese Entscheidungen in der letzten Spielminute werden langsam zum Trauma in dieser Saison für uns. Auch heute waren genug Gelegenheiten da, die Sache vorzeitig für uns zu entscheiden. Wir haben einen Punkt verloren“, kommentierte Trainer Roland Friebe die Partie. Es bleibt dennoch anzumerken, dass das Glas in Badenstedt nach dieser kämpferisch starken Leistung,  die die Zuschauer in der Schlussphase von den Sitzen riss, nicht halbleer sondern mehr als halbvoll ist.

FOTOS

Frauke Kemmer mit einer ganz starken Leistung

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